Feb 252020
 

In der KGA Zur Linde sind – wie in vielen alten Kleingartenanlagen – eine Reihe alter Gartenstauden und –sträucher zu finden, ebenso wie viele alte Obstbäume, an deren Sortennamen sich leider kaum jemand erinnern kann.

Das Auffinden und die Identifizierung solcher alter Pflanzen ist seit jeher eine spannende und lohnende Beschäftigung. Lohnend unter anderem deshalb, weil man die entdeckten alten Schätze vor dem Vergessen und vielleicht sogar vor der Vernichtung bewahren kann. Das Vorkommen alter Sorten ist in jedem Fall ein Indiz dafür, wie alt eine Anlage ist und wie vital die betreffenden Pflanzen sind, die ja viele Gärtnergenerationen überdauert haben.

Der Reichtum in unserer Anlage soll am Beispiel der Rosen gezeigt werden. Rosensträucher sind Gehölze, die, wenn sie auf eigener Wurzel stehen, durchaus weit über hundert Jahre
alt werden können. Diese historischen Rosen sind im Laufe der Zeit unmodern geworden und wurden oft gegen die heute gebräuchlichen Teehybriden ausgetauscht, da sie meistens nur einmal im Jahr blühen. Dennoch haben sie ihre Vorzüge – allen voran einen umwerfenden Duft – eben den Duft der alten Rosen.

Die in der KGA Zur Linde gefundenen Rosen wurden im Sommer und Herbst 2019 als Hecke hinter dem Vereinsheim angepflanzt. Als Ergänzung wurden einige Fundrosen aus anderen Gegenden dazugesetzt.
Eine Informationstafel mit einem erläuternden Text und den Blütenfotos der Rosen ist geplant und soll neben der Rosenhecke angebracht werden.

Um Ihnen aber die Bilder und Informationen bis zur Fertigstellung nicht vorzuenthalten hier schon mal der skizzierte Inhalt der Informationstafel:
 
Historische Rosen sind die Nachkommen alter Rosensorten, die kultiviert wurden, bevor um 1867 durch das Einkreuzen asiatischer, öfter blühender Sorten die Teehybriden entstanden.
Historische Rosen entstammen den Klassen der Gallicarosen, der Albarosen, der Zentifolien, der Damaszenerrosen und einigen weiteren Rosenklassen.
Heute sind solche Rosen kaum noch gefragt und werden nur von speziellen Gärtnereien gehandelt.
Diese Rosen können jedoch sehr alt werden und sogar jahrelange Vernachlässigung überdauern. Aus diesem Grunde sind sie oft in alten Gartenanlagen, auf Friedhöfen, an Bahndämmen aber auch in alten Kleingärten zu finden. Sie lassen sich meistens durch Ableger vermehren und wandern so von Garten zu Garten.
Die Bestimmung historischer Rosensorten ist oft schwierig, da es zur Zeit ihrer Entstehung keine fotografische Dokumentation gab, sondern bestenfalls eine Beschreibung der Sorte.
Von den hier aufgepflanzten Sorten konnten bisher nur drei Rosen bestimmt werden.

Fundrosen1
Fundrosen2
Fundrosen3
Fundrosen4

Artikel und Fotos: Susanne Fünfstück

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