Initiativgruppe zur Rettung der Kleingärten Treptow-Nord – Der Beginn

 

Wie in der Verbandszeitschrift „Der Gartenfreund“ im März angekündigt, wurde am 18.3.2017 der Kleingartenpark Plänterwald-Baume feierlich eröffnet.
Aber bis es soweit war, hatten sich die Mitglieder der Initiativgruppe und die Gartenfreunde der beteiligten Kleingartenanlagen einige Male die Köpfe heiß geredet und Überlegungen angestellt, wie sie das Vorhaben gut auf die Beine bringen. Zunächst: Was verbirgt sich hinter dem Namen Initiativgruppe, wer macht dort mit und worum geht es?

Das Ganze begann Ende des Jahres 2014, nach einem Aufruf des Landes- und des Bezirksverbandes der Gartenfreunde an alle Kleingärtnerinnen und Kleingärtner zur Einleitung von Initiativen zur Rettung der Kleingärten in Berlin. Der Hintergrund ist allen klar: Kleingartenflächen sind zwar wichtige Grünflächen, sie sind aber unter Umständen recht schnell verfügbar, wenn für ein städtisches Vorhaben Platz gebraucht wird. Der Wohnungsmarkt, beinahe gestern noch völlig entspannt (wir erinnern uns: es wurden bis vor wenigen Jahren noch Wohnungen abgerissen bzw. „zurückgebaut“) braucht heute einen enormen Zuwachs, um den aktuellen Bedarf zu decken. Da liegt es nahe, die Potenziale der Kleingartenflächen für Wohnungsbau ins Auge zu fassen. Oder etwa nicht?

Die Vorstände der Kleingartenvereine in Treptow Nord fassten jedenfalls den Entschluss, sich zusammenzutun, um gemeinsam über Aktionen zu beraten, die der Rettung der Kleingärten dienen. Und da die Vorstandsmitglieder eigentlich mit ihren anderen Aufgaben ausgelastet sind, kamen sie sehr schnell dahin, ihre Mitglieder aus den Anlagen um Unterstützung zu bitten. Und so entstand die Initiativgruppe – eine Gemeinschaft engagierter Kleingärtnerinnen und Kleingärtner aus den verschiedenen Anlagen in Treptow Nord. Diese Gruppe hat keinen Vorsitz und keine Geschäfts-ordnung – es ist einfach eine Bürgerinitiative, offen für alle am Thema interessierten Menschen, egal, ob und wo sie einen Kleingarten bewirtschaften.

Und was hat es nun mit diesem Kleingartenpark auf sich?
Die Initiativgruppe beschäftigte sich gründlich mit der Situation, studierte die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses, die verschiedenen Planungsunterlagen der Senatsverwaltungen und andere Materialien und kam recht schnell zu dem Ergebnis, dass der allergrößte Nutzen für die Stadt und für die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner darin besteht, die Kleingärten wirklich als Naherholungs-gebiete zu verstehen und zu gestalten. Angesicht der übervollen Stadtparks, angesichts der gesund-heitlichen Belastung der Menschen durch Hitze, Lärm und Staub und angesichts der fortschreitenden Klimaveränderungen ist es geradezu geboten, jeden noch vorhandenen grünen Flecken stärker als bisher zu nutzen und natürlich zu schützen. Und da geht es eben nicht nur um uns, die wir so privilegiert sind, ein Stück öffentliches Land selbst bewirtschaften und gestalten zu können. Es geht auch darum, den Anwohnerinnen und Anwohnern, und dabei vor allem jenen, die nicht weit laufen wollen oder können, einen Flecken Grün zu eschließen. Und eine Bank im Schatten eines Apfelbaumes mit dem Gesumme der Bienen und Vogelgesang kann gar nicht hoch genug geschätzt werden.
Natürlich soll und wird es bei der Bank nicht bleiben. Die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner haben Kräuterkästen aufgestellt und Wegweiser und sie haben so manche Informationstafel entworfen, damit uns die natürlichen Reichtümer, nämlich die vielen wilden Pflanzen und Tiere, die ja auch in den Gärten leben, bald wieder vertraut sind. So kann im Frühjahr die Wanderung der Kröten zu ihren Laichplätzen beobachtet werden und im Sommer die Bienen in dem Biotop von Treptows Ruh. Ein weiterer Anziehungspunkt wird der neue Klimaschaugarten sein, der ebenfalls in Treptows Ruh entsteht. Sicher ist das Ganze nicht mit einem Erlebnispark zu vergleichen, wo viele Attraktionen auf engem Raum zu erleben sind. Aber das ist auch nicht gewollt, hier geht es um Naherholung, Natur-schutz und kleingärtnerische Nutzung.

Schauen Sie doch einmal vorbei!

Susanne Fünfstück

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